Geschiebe magmatischer und metamorpher Gestein
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Der "Uppsala-Granit" ist im typischen Falle ein
Hornblendebiotitgranodiorit von mittlerer bis grober Körnigkeit.
Er ist innerhalb der Svekofenniden bei Uppsala in mehreren
Teilzügen großflächig verbreitet. Sein radiometrisches
Alter ist 1950 Mio. Jahre. Er gehört zu den häufigsten
Geschieben in Norddeutschland. Kennzeichnend ist eine Blautönung
des reichlich vorhandenen Quarzes sowie das Vorkommen von bis
dezimeter-großen dunklen feinkörnigen Einschlüssen
dioritischer Zusammensetzung. Normaler Uppsala-Granit ist mit 35 Vol.-%
betont quarzreich. Unter den Feldspäten Überwiegt An-armer
Plagioklas (Oligoklas - Andesin) über Kalifeldspat. Dieser bildet
bis 2 cm große Einsprenglinge aus meist rötlich
getöntem Mikroklinperthit. Die dunklen Minerale Hornblende und
Biotit mit zusammen knapp 20 Vol.% sind gewöhnlich nesterartig
konzentriert. Nur mikroskopisch erkennbare Akzessorien sind Apatit,
Zirkon, Epidot, Orthit, Zoisit und Opakminerale. Der Uppsala-Granit
zeigt in Form von retrograden Neubildungen und z.T. auch durch
faseriges Gefüge Spuren einer metamorphen Beanspruchung.
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Der Name Växiö-Granit ist eine
Sammelbezeichnung für weiträumig verbreitete Gesteine
innerhalb der Gruppe der Smaland-Granite. Rb/Sr-Datierungen liegen um
1700 Mio.Jahre. Es muß unterschieden werden zwischen Rotem
Växiö-Granit und Grauem Växiö-Granit. Der Rote
Växiö-Granit dominiert mengenmäßig und es lassen
sich eine Reihe gut lokalisierbarer Typen unterscheiden. Allgemein
handelt es sich um mittel- bis grobkörnige Gesteine mit
blaßrot-graublauem Farbspiel. Rötlicher perthitischer
Kalifeldspat überwiegt Plagioklas. Der reichlich vorhandene Quarz
ist meist bläulich-grau getönt und gelegentlich idiomorph.
Als dunkle Minerale kommen in geringer Menge Biotit und Hornblende vor.
Einige Varietäten des Roten Växiö-Granits zeigen starke
metamorphe Deformation, andere sind völlig undeformiert. Die
Grauen Växiö-Granite haben granodioritische bis tonalitische
Zusammensetzung mit einem erheblichen Anteil von Biotit und Hornblende.
Der Quarzanteil ist unbedeutend. Das Gefüge ist gleichkörnig
bei durchweg geringer Korngröße, unklaren Korngrenzen und
oft ausgeprägter Faserigkeit.
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Rapakivi-Granite sind oberflächennah intrudierte
postorogene Granite von gewöhnlich sehr saurem Chemismus. Sie sind
reich an inkompatiblen Anteilen. Typisch ist ihr Auftreten in
proterozoischen Gesteinsassoziationen in Skandinavien, Grönland,
Nordamerika und der Ukraine. Die Rapakivis unserer Geschiebe stammen
aus Südfinnland und Nordschweden. Die radiometrischen Alter
häufen sich um1600 Mio Jahre. Als besonders verbreiteter und
charakteristischer Rapakivi-Granit soll im folgenden Viborgit, wie er
auf den Åland-Inseln und in Südfinnland verbreitet ist, kurz
beschrieben werden.Viborgit ist ein kräftig rotes,
grobkörniges Gestein. Wie für viele Rapakivis kennzeichnend,
sind cm - große rote Kalifeldspäte mit angenähert
kreisrunden Querschnitten von mehreren mm breiten Säumen aus
hellgrauem bis grünlichem Plagioklas umgeben. Zwischen diesen
großen Feldspataggregaten und z.T. auch deren Randbereiche
durchwachsend ist Quarz verbreitet, der oft rauchig getönt ist und
Neigung zur Idiomorphie zeigt. Graphische Verwachsung von Quarz und
Kalifeldspat ist häufig zu beobachten. Ebenfalls zwischen den
großen runden Feldspäten finden sich Biotit, Hornblende und
gelegentlich Flußspat sowie feinkörnig ausgebildeter
Feldspat. Mikroskopisch ist oft ein gegenüber normalen Graniten
ungewöhnlich hoher Zirkongehalt zu erkennen. Miarolitische Drusen
sind ein weiteres häufiges Kennzeichen für Viborgit wie auch
für andere Rapakivi-Granite.Obwohl die Mineralbestandteile kaum
Spuren deuterischer oder retrograder Umwandlung zeigen und metamorphe
Deformation weitgehend ausgeblieben ist, neigen Viborgiteund andere
Rapakivis unter Verwitterungseinfluß. zur schnellen Lockerung des
Kornverbandes und zu grusigem Zerfall.
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Unter den Geschieben, wenn auch seltener in Findlings -
Größen, sind Rhyolithe weit verbreitet. Sie entstammen
zusammen mit anderen Kalkalkalivulkaniten zumeist subjotnischen
Eruptivserien. Ihre Alter überlappen sich mit denen der
Rapakivi-Granite und z.T. dürfte es sich um deren vulkanische
Äquivalente handeln. Als Beispiel soll der als Geschiebe besonders
häufige Braune Ostsee-Quarzporphyr beschrieben werden. Der Braune
Ostsee-Quarzporphyr stammt wahrscheinlich vom Grund der Ostsee
südlich der Aland-Inseln. Er ist auffallend reich an tiefroten
Kalifeldspat - Einsprenglingen von 1 bis 5 mm Durchmesser, gelegentlich
auch bis 4 cm. Quarzeinsprenglinge sind seltener und kleiner. Die
Grundmasse ist homogen grünlich, braun oder graubraun. Auf
angewitterten Oberflächen halben sich die Feldspateinsprenglinge
als ausgebleichte helle Leisten und Tafeln ab. Ehemalige mafische
Einsprenglinge sind vollständig deuterisch umgewandelt und finden
sich deshalb als grünschwarze chloritreiche Leisten innerhalb der
Grundmasse verteilt.
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Oft völlig frische, feinkörnige Basalte von
dunkel - grauer bis schwarzer Färbung und oft mit glänzenden
Bruchflächen kommen als seltenere, aber auffällige Geschiebe
vor. Es handelt sich um ein kontinuierliches Spektrum basaltischer
Gesteine von plagioklasreichen Typen bis hin zu Nepheliniten. Eine
Unterscheidung und zuverlässige Einstufung ist oft makroskopisch
nicht möglich. Als erkennbare Einsprenglinge sind Olivin, Augit
und Plagioklas häufig.Das Ursprungsgebiet dieser basaltischen
Gesteine ist Schonen. Datierungen belegen eine Dauer des Vulkanismus
vom Oberen Jura bis zur Oberen Kreide.
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Basaltische Gesteine in Grünsteinfazies (Diabase)
zählen zu den häufigsten Geschieben. Ein Mangel an
makroskopisch erkennbaren individuellen Merkmalen macht eine
Herkunftsbestimmung in den meisten Fällen unmöglich. In
Skandinavien sind Diabase aus dem Dalslandium (1350 bis 900 Mio. Jahre)
und aus dem Paläozoikum bekannt. Sie treten als Sills und
Gänge auf, oft über große Strecken oder
großflächig. Als Beispiel soll der im angewitterten Zustand
leicht erkennbare Kinnekulle-Diabas beschrieben werden.
Kinnekulle-Diabas kommt östlich des Vänern-Sees als Lagergang
auf silurischen Sedimentgesteinen vor. Auffällig ist ein
ausgeprägt ophitisches Gefüge und die Bildung cm-großer
diffus umgrenzter heller Flecken im angewitterten Zustand. In
Verbindung mit der Fleckigkeit sind die Oberflächen oft
höckerig und rauh. Kugelschalige Absonderung ist üblich. Der
Mineralbestand ist weitgehend unberührt von deuterischer
Umwandlung Plagioklas, Augit, Opakminerale, wenig Olivin.
Sekundärminerale sind Uralit und Chlorit.
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Der Oslo-Graben ist als kontinentales Rift permischen
Alters eine ausgeprägt alkalibetonte Magmatitprovinz. Unter den
zahlreichen Geschieben aus dem Gebiet des Oslo-Grabens besonders leicht
erkennbar und häufig sind als ,,Rhombenporphyre" bezeichnete
Vulkanite mit syenitisch - monzonitischer Zusammensetzung. Typische
Beispiele enthalten bis cm-groBe Feldspateinsprenglinge mit
rhombenförmigen Querschnitten. Diese Feldspäte bestehen aus
Oligoklas bis Andesin, ummantelt und durchsetzt mit Anorthoklas. Die
Feldspateinsprenglinge sind oft fluidal eingeregelt. Die Grundmasse ist
feinkörnig - dicht, die Färbung variiert zwischen dunkelgrau
bis leuchtend rot.
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Hälleflinta und Leptite sind feinkörnige,
hochmetamorphe suprakrustale Gesteine gotidischen Alters (1600113bis
1400 Mio. Jahre als). Ihre Ursprungsgebiete liegen im Smaland,
Mittelschweden und Südfinnland. Die Edukte sind als Bestandteile
kalkalkalischer Pyroklastit - und Lavaserien einzustufen, z.T. auch als
Sedimente. Häufig sind noch primäre Gefüge wie
Fluidalstreifung oder Schichtung erhalten. Die petrochemische
Variationsbreite umfaßt das Spektrum von rhyolithisch bis
andesitisch, wobei rhyolithische Zusammensetzungen weit
überwiegen. Hälleflinta sind in typischer Ausbildung oft
mehrfarbige, helle, extrem feinkörnige Gesteine mit scharfkantig-
muscheligen Bruch (vgl. Flint). Oft ist die ursprüngliche
Schichtung als farbige Bänderung erkennbar. Über die
Abgrenzung Hälleflint/Leptit gibt es einige Konfusion. Nach
HESEMANN (1975) ist eine Unterscheidung aufgrund der
Korngrößen am sinnvollsten. Während die extrem
feinkörnigen Hälleflinta makroskopisch keine
Einzelkörner erkennen lassen, ist in den gröberen Leptiten
gerade eben eine Körnung erkennbar. Der Übergang ist
fließend. Hälleflinta und Leptite bilden sowohl
bezüglich ihrer Herkunft als auch bezüglich der Edukte eine
Einheit.
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Sedimentärgeschiebe (Präkambrium)
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Der Dalasandstein, ein meist dunkelziegelroter, mittel-
bis grobkörniger Arkosesandstein oder Quarzit mit Rippelmarken,
Tongallen und Quarzgeröllen, gehört zu den wichtigsten
Geschieben des Jotniums. Er ist ca. 1,2 - 1,3 Mia. Jahre alt und stellt
eine sog. Innenmolasse der präjotnischen Gebirgsbildung dar, d.h.
er liegt diskordant und horizontal über den eingeebneten,
älteren Gesteinen. Er ist meist schwer von manchen
unter-kambrischen Sandsteinen, vor allem dem Nexösandstein, zu
unterscheiden. Nach MECKER (1966) ist der Dalasandstein durch die
größere Härte und die braunrote Farbe gekennzeichnet,
im Gegensatz zum Bläulichrot des arkoseartigen
Nexösandsteins, der dem Eo- oder Unterkambrium angehört.
außerdem kann nach MECKER der Dalasandstein Entfärbungsringe
zeigen, während der Nexösandstein häufig blaßgelbe
Entfärbungsflecke aufweist.
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Urkalke und Urmarmore sind metamorphe präkambrische
Kalk- und Kalksilikatgesteine,, die anstehend vor allem in
Mittelschweden (z.B. Kolmarden, Glanshammar, Kvinnerstorp u.a.),
Nordschweden und dem angrenzenden Finnland (z.B. Vittangi-Masunsbyn,
Kalix u.a.) und dem übrigen Finnland (Pargas u.a.) auftreten und
auch als Geschiebe nicht selten vorkommen, z.T. in riesigen
Blöcken (bis zu 3 m3). Sie sind selten rein weiß,
dafür oft grünlich- oder rötlich- weiß. Die nur
durch Hitze und Druck umgewandelten Marmore bestehen aus einem
gleich-körnigen, pflasterartigen Körneraggregat, in denen
organische Beimengungen in Graphit umgewandelt sind. Bei
pneumatolytischer Metasomatose tritt dagegen eine Umwandlung des
Kalksteins auf, wobei sich im umkristal-lisierenden Kalkstein in
Geschieben sonst ungewöhnliche Mineralien bilden (z.B. der gelbe
bis braune Glimmer Phlogopit). In Kontakten mit Graniten entstehen
granitähnliche Kalkgesteine, die früher als ,,Kalkgranite"
oder ,,Kalkgneise" bezeichnet wurden. Die Beheimatung der Urkalke ist
oft sehr schwierig. In Frage kommen nur die mittelschwedische
Granit-Leptit-Formation (Filipstad bis zum
Stockholm-Dannemora-Gefle-Gebiet) und ihre Fortsetzung in der
Migmatitfomation SW-Finnlands. dafür spricht die
Vergesellschaftung mit großen Blöcken von Dalasandstein und
Öje-Diabasen. Sie sind an die Metallbezirke Mittelschwedens und
SW-Finnlands gebunden. Die ,,Urkalke" im Oslogebiet sind jüngere
Kontaktkalke, im Perm aus Ordoviz- und Silur -kalken entstanden.
HEIDRICH (1969) untersuchte Urkalkgeschiebe auf graphitische Reste, die
er in Gattungen bekannter Organismenreste einordnete (Chitinozoen,
Acritarcha u.a.). Wenn es sich dabei tatsächlich um
Organismenreste handelt, gehören diese zu den ältesten
Fossilien aus Geschieben (Alter ca. 1,5 Mia. Jahre).
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Sedimentärgeschiebe (Kambrium)
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Der Skolithossandstein gehört zu den häufigsten
und bekanntesten Geschiebearten Überhaupt. Es ist gewöhnlich
ein fester, quarzitähnlicher Sandstein mit kieseligem Bindemittel,
der meist in kastenförmigen Stücken mit abgerundeten Kanten
auftritt. Zuweilen ist es aber auch ein Sandstein mit spärlichem
Bindemittel und mäßiger Festigkeit. Er hat seinen Namen von
den senkrecht zur Schichtung stehenden , parallelen, zylindrischen,
meist 1- 3 mm, selten bis 7 mm dicken, sehr charakteristischen,
stengelförmigen und walzenrunden Körpern, die als Wohnbauten
oder Grabgänge von Skolithos, eines mutmaßlichen
Sandröhrenwurmes, gedeutet werden. Die Substanz der Stengel ist
nicht wesentlich von der Übrigen, meist gelblich-weißlichen
Matrix verschieden. Sie sind aber gewöhnlich etwas stabiler als
diese und verwittern daher heraus. In der Farbe unterscheiden sie sich
nicht oder sie oder die Matrix sind ausnahmsweise rötlich oder
violett gefärbt. Der Abstand der Stengel ist verschieden, meist
aber kleiner als ihr Durchmesser. Manche Autoren halten die Skolithen
für anorganische Bildungen. Die biologische Deutung andererseits
ist umstritten. Man nimmt an, daß es sich um Bohrgänge eines
Anneliden oder Phoroniden unter Flachwasserbedingungen handelt.
Skolithos linearis (HALDEMANN, 1840) wurde
ursprünglich aus dem Kambrium von Pennsylvania beschrieben. Die
baltoskandischen Formen unterscheiden sich etwas von den typischen
Exemplaren und sollten daher bis zu einer Revision als Skolithos
aff. linearis bezeichnet werden. Der Skolithossandstein
gehört stratigraphisch in das Unterkambrium. Die Heimat liegt
vermutlich in Schweden, bes. Südschweden.
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Der Leoparden- oder Tigersandstein ist eine recht
häufige, gut bekannte Geschiebeart. Es handelt sich um einen
hellgelben, meist ziemlich mürben Sandstein, der116durch eisen-
und manganreiche, dunkelbraune Flecken an das Fell eines Leoparden,
weniger an das eines Tigers erinnert. SCHLÜTER (1963) untersuchte
eingehend Tigersandsteine aus Schleswig-Holstein und konnte auf Grund
der Mineralzusammensetzung, Mengenverhältnisse und
Strukturmerkmale verschiedene Arten unterscheiden, von denen aber nur
wenige auf der Basis von Fossilfunden dem Unterkambrium zugewiesen
werden konnten. Das Aufsuchen von in den petrographischen Eigenschaften
gleichartigen Sandsteinen bekannter stratigraphischer Stellung
verschaffte jedoch eine andere Möglichkeit, die einzelnen
Geschiebe einer bestimmten Schicht zuzuordnen. Es zeigte sich,
daß die meisten Tigersandsteine aus unter-kambrischen
Kristallsandsteinen mit manganhaltigem, zu schwarzen Flecken
verwitterndem Calcit mit oder ohne Glaukonit entstanden sind. Andere
unterkambrische Tigersandsteine repräsentieren Kalksandsteine
(Flecken mit Siderit) und Quarzitsandsteine (Flecken mit Goethit, auch
sphärolithischem Siderit). Einige als Tigersandsteine
angesprochene Geschiebe erwiesen sich als Jünger (Mittelkambrium
und Obersilur). An Fossilien können auftreten Trilobitenfragmente,
Hyolithen, Mobergella holsti und Syringomorpha
nilssoni. Als Heimat kommen in Frage Bornholm, wo der
Rispebjergsandstein tigersandsteinartig ausgebildet sein kann, und
Schweden, wo Tigersandsteine nach SCHLÜTER (1963: 77,78) noch
nicht anstehend gefunden wurden, Für entsprechende Bildungen in
Mittel- und Nordschweden aber der Name ,,Leopardensandstein"
üblich ist.
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Der Tessinisandstein aus dem mittleren Mittelkambrium hat
seinen Namen nach dem Trilobiten Paradoxides tessini (= P.
paradoxissimus), der jedoch nur selten + vollständig
erhalten ist, sondern das Gestein, ein quarzitischer, z. T.
braunfleckiger, oft etwas calzitischer, plattiger Sandstein mit
bräunlicher Verwitterungsrinde, meist in Form von
Bruchstücken lagenweise erfüllt. Die Trilobitenreste heben
sich meist durch ihre bräunliche Farbe von dem etwas helleren
Gestein deutlich ab. Anstehend ist er von der Insel Öland bekannt.
Außer der Trilobitenbrekzie kommen dort vor: Hyolithen,
inartikulate Brachiopoden und archaeocope Ostrakoden (ANDRES 1969).
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Im oberen Mittelkambrium und vor allem dem gesamten
Oberkambrium herrscht in Schweden die Alaunschieferfazies vor, die
Stinkkalkkonkretionen (sog. Orsten) führt, die als Geschiebe in
Norddeutschland weit verbreitet sind. Die Stinkkalkkonkretionen, die
beim Anschlagen meist einen bituminösen Geruch entwickeln (Name!),
enthalten oft gut erhaltene Fossilien, meist Trilobiten und/oder
Brachiopoden. Die Fauna ist zwar artenarm, dafür aber z.T. so
individuenreich, daß ganze Schichtflächen von ihnen
erfüllt sind. Gelegentlich gehen die Stinkkalke in stengeligen Anthraconit über, d.h.
dunklen, bituminösen Kalkspat.
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Sedimentärgeschiebe (Ordovizium)
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,,Orthocerenkalk" ist ein Überbegriff für
zahlreiche unter- bis untermittelordovizische Kalke, die sich nach der
Gesteinbeschaffenheit und Fauna in vier Hauptgruppen unterteilen
lassen, die Unteren Roten, Unteren Grauen, Oberen Roten und Oberen
Grauen Orthocerenkalke. Diese Einteilung entspricht der früheren
Einteilung in Schweden. Im Baltikum kann eine solche Einteilung nicht
nachvollzogen werden. Dafür gibt es dort andere charakteristische
Horizonte, wie z.B. die durch braune Eisenoolithkörner
ausgezeichnete Untere und Obere Linsenschicht. Auch faunistisch
bestehen zwischen beiden Gebieten Unterschiede entsprechend der
Zugehörigkeit zu zwei unterschiedlichen Faziesgürteln
(,,confacies belts") (wie beim Backsteinkalk, s.u.). Eine Zuordnung der
einzelnen Orthocerenkalkgeschiebe setzt also eine eingehende
faunistische Bearbeitung voraus. PATRUNKY (1925) gliederte den
Orthocerenkalk in 31 Arten und unterschied Geschiebe schwedischer und
estnischer Herkunft, wobei die roten und bunten Kalke aus Schweden
stammen, die grauen aus Schweden, dem Ostseeraum und dem Baltikum. Da
die Faunenlisten von PATRUNKY inzwischen revisionsbedürftig sind
und die Stratigraphie der anstehenden Schichten stark verfeinert wurde,
ist eine Neubearbeitung der Orthocerenkalkgeschiebe - vor allem auch
mikropaläontologisch - dringend geboten. Eine besondere Abart ist
der Schwarze Orthocerenkalk, der anstehend auf Bornholm und Schonen
vorkommt. Nach REMELE (1883: 85 - 86) gliedert sich der Orthocerenkalk
Schonens in eine aus einem grauen Kalk bestehende, mehrorts in
Südostschonen (z.B. bei Komstad) auftretende, ältere Stufe
und eine jüngere Stufe, die bei Fagelsang vorkommt und aus einem
dunkleren, blaugrauen oder fast schwarzen Kalk zusammengesetzt ist. Der
Schwarze Orthocerenkalk ist recht fossilarm.
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Beim Backsteinkalk handelt es sich um eine in den
pleistozänen Ablagerungen des nordischen Vereisungs-gebietes
häufige und weit verbreitete Geschiebeart, deren Name sich auf die
Ähnlichkeit der verwitterten Abarten mit ,,gewissen
Ziegelgesteinen" (KLÖDEN 1833) bezieht. Petrographisch handelt es
sich um einen verkieselten Kalkstein, in dem die Kalkfossilien noch
kalkig erhalten sind, so daß diese in den verwitterten,
ausgelaugten Backsteinkalken nur noch als Steinkerne und Abdrücke
erhalten sind. Daher sind die verwitterten Backsteinkalke je nach
Größe und Verwitterungsgrad nur am Rande oder
vollständig porös und dann leicht wie Schlacke. In den
Kiesgruben findet man meist nur ausgelaugte Backsteinkalke,
während am Strande vorwiegend unverwitterte Backsteinkalke
vorkommen. Aus letzteren lassen sich die kalkigen Mikrofossilien
mittels Flußsäure herauslösen. Die Mikrofauna ist
überaus reich (vgl. KUMMEROW 1944:141; SCHALLREUTER, 1970: 286)
und gehört zu den am besten erhaltenen ordovizischen Mikrofaunen.
Auf Grund der Mikrofauna lassen sich dem Alter und / oder der Heimat
nach verschiedene Typen von Backsteinkalken unterscheiden. Sie
entsprechen altersmäßig der oberen Dalby-Formation oder dem
Skagenkalk von Schweden bzw. der Idavere- (C3) oder
Johvi-Stufe i) Estlands. Ihre Heimat befindet sich entweder auf dem
schwedischen Festland oder in der Ostsee nördlich und nordwestlich
der Insel Gotland. Sie entsprechen den Kieselkalken, die in diesen
Gebieten in den gleichaltrigen Schichten unter Bentoniten lagern, die
vermutlich für die Verkieselung verantwortlich sind (SCHALLREUTER
1970). Wegen der regionalen Unterschiede lassen sich die Backsteinkalke
als Leitgeschiebe benutzen (SCHALLREUTER 1983).
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Der Rollsteinkalk - die Bezeichnung geht auf REMELE
(1880) zurück - ist ein Mergelkalk, der nach dem Vorkommen von
Chasmops macroura auf Vorschlag von F. SCHMIDT (nach
ROEMER 1885: 295 bzw. 48) auch Macrourakalk (nicht Macrura - oder
Macrouruskalk) genannt wird, ein Name, der auch für die
äquivalenten Schichten in Schweden übernommen wurde, die
altersmäßig der Keila- (D2) und Oandu-Stufe (D~)
Estlands d.h. dem höchstens Viru, entsprechen. Ars schiebe treten
sowohl der D - Stufe entsprechende Rollsteinkalke auf, als auch
Geschiebe mit D2~Alter. Sie kommen, wie aus dem Namen
hervorgeht, meist in größeren, rundlichen, ungeschichteten
Blöcken vor, die eine manchmal an verwitterten Backsteinkalk
erinnernde, gelbliche Verwitterungsrinde aufweisen können, unter
der das etwas erdige Gestein graublau und oft von
dunkel-grünlichen, gewundenen, als Grabgänge gedeuteten
Wülsten durchsetzt ist. Der Gehalt an Fossilien ist
unterschiedlich. Die Fauna ist recht formenreich, jedoch nicht
übermäßig gut erhalten. Als Heimat des Rollsteinkalkes
wird Öland und das Gebiet unmittelbar westlich (HUCKE 1917:88)
bzw. nordöstlich (ROEDEL 1926:11) angegeben.
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Das 1880 von REMELE als "Wesenberger Gestein"
bezeichnete, vorher aber schon von TÖRNEBOHM (1877) nach SWEDMARK
Ostseekalk genannte Gestein (EISENACK 1965: 116)ist eine leicht
kenntliche ordovizische Geschiebeart. Es handelt sich um meist helle,
fast rein weiße, leicht gelblich-weiße, weißlich- bis
hellgelblich-graue oder auch rötlichgraue bis graue Schlammkalke
(Calcilutite), die durch eine dichte, fast homogene, äußerst
feinkörnige, an Lithographenstein erinnernde
Gesteinsbeschaffenheit und dadurch Fehlen von Schichtung, dafür
muscheligen bis splittrigen Bruch gekennzeichnet sind. Einschlüsse
von Kalkspat sind häufig. Nicht selten treten blutrote Flecken
auf. Makrofossilien sind selten, aber vorzüglich erhalten. Die
Ostseekalke sind im nördlichen Mitteleuropa weit verbreitet,
kommen aber auch im Südbottnikum (Nordbaltikum) und auch in
Südfinnland vor. Nach MARTINSSON (1956: 87) stellt die
Ostseekalkfazies wahrscheinlich einen relativ kurzen Abschnitt in der
paläozoischen Chronologie dar. Er vergleicht den Ostseekalk mit
den estnischen Stufen E und Fia (Rakvere und Saunja-Stufe). HALLER
(1973: Tab. 1) gibt als Reichweite für den Ostseekalk das gesamte
Oberordoviz (Harju, Stufe E - F 2) an. Der Kluftort der
Ostseekalkgeschiebe liegt nach EISENACK (1965: 117) zwischen Estland,
wo die entsprechenden Schichten ebenfalls kalkig ausgebildet sind, und
Dalarna-Västergötland, wo sie in schiefriger Fazies
vorliegen. Dem Mangel an Makrofossilien steht eine reiche Mikrofauna
entgegen, vor allem von organischen Mikrofossilien. Kalkige
Mikrofossilien sind ebenfalls selten. Allerdings ist der Gehalt an
organischen Mikrofossilien unterschiedlich, z.T. primär, z.T.
sekundär. In Geschieben aus Kiesgruben, die schon eine durch
Oxydation hervorgerufene, hellgelbe Farbe haben, sind nach EISENACK
auch die organische Mikrofossilien der Oxidation zum Opfer gefallen. Am
besten eignen sich Strandgerölle, die durch den Geschiebemergel
aufs beste vor der Oxydation bewahrt wurden, oder Geschiebe aus
Bereichen unterhalb des Grundwasserspiegels. Auch in den roten,
rötlichen oder rotgefleckten Ostseekalken fehlen oft die
organischen Mikrofossilien. Auch hier sind nach EISENACK die
organischen Mikrofossilien durch Oxydation zerstört worden. Der
Ostseekalk war EISENACKs bevorzugte ordovizische Geschiebeart für
seine mikropaläontologischen Untersuchungen. Aus ihm hat er
zahlreiche organische und andere Mikrofossilien beschrieben (EISENACK
1965, 1966, 1971).
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Den Namen hat das Gestein nach den
röhrenförmigen Gerüsten von Algen, die das
lithographensteinartige, dichte, meist weißliche oder hellgraue,
auch dunkelgraue, blaßrote bis dunkelrote Gestein oft in
großer Zahl durchsetzen (HUCKE & VOIGT 1967: Taf. 8, Fig. 1).
Charakteristisch für das Gestein sind stylolithenartige Bildungen
mit grüner, tonige Substanz auf den Absonderungsflächen. Die
Algen gehören dem Genus Palaeoporella an, andere Genera
(Apidium, Vermiporella, Dasyporella) sind seltener
ebenso wie andere Fossilien, die um so seltener sind, je reiner und
heller der Kalk ist. Dennoch finden sich vereinzelt besondere
Trilobiten, Brachiopoden, Bryozoen und Ostrakoden. Es ist nach KUMMEROW
eine Zwergfauna wie meistens in Algenkalken. Viel reicher, besonders an
Ostrakoden, ist der Fossilinhalt der kleineren, mehr tonigen, grauen
Blöcke des Gesteins. Altersmäßig entspricht der
Paläoporellenkalk der Borkholmer Stufe (= Porkuni-Stufe
,F9)(ROEDEL, 1926) bzw. dem seltene Gestein kommt auch aus
Öland als Geschiebe vor. Anstehend ist es unbekannt, als Heimat
kommt daher wohl das Ostseebett (N Gotland - Dagö) in Frage.
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Sedimentärgeschiebe (Silur)
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Unter der Bezeichnung "Gotländer Korallenkalk" wird
eine heterogene Gruppe dichter, grauer bis weißer,
kristallinischer, z.T. zuckerkörninger, als Geschiebe oft in
größeren Blöcken auftretender Kalke
zusammengefaßt, die vor allem Korallen, aber auch Stromatoporen
und Brachiopoden führen. Diese Fossilien kommen in den
pleistozänen Ablagerungen, vor allem Sanden, häufig auch lose
vor und sind dann oft nachträglich teilweise oder ganz verkieselt.
Bei diesen Einzelstücken ist natürlich auch eine Herkunft aus
anderen Silurschichten möglich. Eine moderne Bearbeitung kalkiger
Favositidae aus dem Geschiebelehm von Groningen und verkieselter Formen
aus Sanden der nördlichen Niederlande liegt von STEL (1974, 1978)
vor. STEL (1974: 89) kommt zu dem Resultat, daß das
Herkunftsgebiet der von ihm bearbeiteten Favositidae durch Gotland,
NW-Estland und das Ostseegebiet zwischen beiden gebildet wird. Eine
Bearbeitung der Korallen vom Heliolites-Typ aus dem Geschiebelehm der
nördlichen Niederlande erfolgte durch HUISMAN (1976).
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Die grauen, gelben, rötlichen oder auch
fleischrot-gefleckten Crinoidenkalke haben ihren Namen nach den z.T.
zahlreichen Bruchstücken dicker Crinoidenstiele (ROEMER 1885: Taf.
5, Fig. 13; HUCKE & VOIGT 1967: Taf. 23, Fig. 1). Im Silur Gotlands
kommen Crinoidenkalke aber in verschiedenen Schichten vor, so daß
mit altersmäßig und vermutlich auch petrographisch
unterschiedlichen Typen zu rechnen ist (Wenlock bis Unterludlow).
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Das Leperditiengestein - so benannt nach dem Vorkommen
des großen Muschelkrebses Leperditia (s.l.) - ist keine
einheitliche Geschiebeart, sondern unter dieser Bezeichnung wird eine
ganze Gruppe von verschiedenaltrigen Geschiebetypen
zusammengefaßt. HEIDRICH (1977) unterscheidet Ältere
Leperditiengesteine (Llandovery und Wenlock) Jüngere
Leperditiengesteine (Ludlow) und Jüngste Leperditiengesteine
(Oberstes Ludlow und Downton). HEIDRICH revidierte zwar die in diesen
vorkommenden Leperditiocopenarten, eine moderne taxonomische
Bearbeitung dieser Ostrakodengruppe, insbesondere unter
geschiebekundlichen Aspekten, steht jedoch nach wie vor aus. Schon
HUCKE (1917: 94) erwähnt als Besonderheit in Schleswig-Holstein
das Vorkommen eines plattigen, glimmerreichen Sandsteins mit
Leperditia phaseolus, von dem er annimmt, daß er
höchstwahrscheinlich aus Schonen stammt. Dieses brauneisenreiche
Gestein (Taf. 1, Fig.1) enthält nicht nur Leperditia sp.,
sondern auch z.T. massenhaft non-leperditiocope Ostrakoden (z.B. einen
Bollia-ähnlichen binodicopen oder palaeocopen Ostrakoden, wie das
abgebildete Stück).
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Von den Geschieben der sandig - schiefrigen bzw.
graptolithischen Entwicklung des Silurs gehört das sog.
,,Grünlichgraue Graptolithengestein" zu den bekanntesten. Es
handelt sich dabei um meist faust- bis kopfgroße,
feinkörnige, meist ungeschichtete, recht feste, im frischen
Zustande bläulich-graue, gelegentlich schwach verkieselte, ~
merglige Kalkkonkretionen aus dem Niveau des Cyrtograptus- und z.T.
Colonus-Schiefers des obersten Wenlocks bis Unterludlows (MARTINSSON
1967: Abb. 2). Die Heimat des Gesteins liegt nach MARTINSSON (1963: 9)
in der Ostsee vermutlich im Gebiet um die ,,North Mid-Sea Bank" in der
55W Verlängerung der Insel Gotland auf der Breite der S-Spitze der
Insel Öland. Den Namen hat das Gestein nach den oft reichlich
vorhandenen Graptolithen und der Farbe der Oberflächenproben, die
für die Gewinnung organischer Mikrofossilien (z.B. Chitinozoen)
nach EISENACK (1968: 189) meist unbrauchbar sind, da in ihnen die
organischen Substanzen der Oxydation zum Opfer gefallen sind. Für
diesen Zweck sind frische Stücke erforderlich.
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Der Beyrichienkalk, der seinen Namen von KADE (1855) nach
den in ihm sehr häufigen beyrichiomorphen Ostrakoden, der
früheren Sammelgattung Beyrichia, erhielt (MARTISSON 1963:
11), ist eine der häufigsten und bekanntesten Geschiebearten in
Norddeutschland. Es handelt sich um ein graues bis
bläulich-graues, fein-körniges Gestein, welches in meist
kleinen, flach-ellipsoidischen Stücken, deren Form und
gelegentlich an der Oberfläche anhaftendes tonig - mergliges
Material anzeigt, daß diese dünnen Kalksteinbänke
ursprünglich zwischen Mergelbänken lagen (MARTINSSON 1963:
10), fast überall vorkommt, allerdings in unterschiedlicher
Häufigkeit An manchen Stellen tritt es massenhaft auf. In frischen
Stücken heben sich die Ostrakoden oft deutlich durch ihre
kakaobraune Farbe von de übrigen grauen Matrix ab, in anderen sind
sie wie die übrigen kalkigen Fossilien (z. B. die Brachiopoden)
weißlich verwittert. Nach dem Vorherrschen bestimmter Fossilien
und/oder der Gesteinsbeschaffenheit kann man verschiedene Abarten
unterscheiden, wie z.B. die Chonetenkalke nach dem oft massenhaften
Auftreten von Protochonetes striatellus (HUCKE &
VOIGT 1967: Taf. 25, Fig. 2). Der Beyrichienkalk ist trotz der
faunistischen Definition nach bestimmten Ostrakoden keine homogene
Einheit (MARTINSSON 1963: 3). Nach den verschiedenen ,,Beyrichien" und
anderen Faunenelementen unterschied REUTER (1885: 667-677) in
Ostpreußen 11 verschiedene Arten, z.T. mit zahlreichen
Untergruppen. Viele dieser Arten sind nach MARTINSSON (1963: 4) in
Pommern und weiter westlich nicht vorhanden oder sehr selten, und es
scheint nach MARTINSSON, daß die Häufigkeit, insbesondere
der weicheren Varietäten, nach Westen abnimmt, während die
des Graptolithengesteins zunimmt. MARTINSSON (1965:136-137) unterschied
daher weit weniger Unterabteilungen des Beyrichienkalkes. Nach
MARTINSSON (1965: 136) ist der Beyrichienkalk 8.8. eine nicht sehr
mächtige Formation und spiegelt nicht die Faunenentwicklung einer
längeren Zeitperiode wider. Er gehört in das höhere
Downton (MARTINSSON 1967: Abb. 2) und ist in seinem höheren Teil
nicht viel älter als die neu definierte Silur/Devon - Grenze
(MARTINSSON 1977: 48).Der Beyrichienkalk ist eine der
mikropaläontlogisch am besten untersuchten Geschiebearten. Es ist
die von EISENACK am gründlichsten untersuchte Geschiebeart
(hinsichtlich organischer Mikrofossilien).
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Triasgeschiebe sind i.allg. sehr selten und - da bei
ihnen besonders mit Verschleppung aus Mitteldeutschland und
Rüdersdorf zu rechnen ist - muß die Echtheit in jedem Falle
besonders gründlich geprüft werden. Zu den wenigen
Fundgebieten, wo Muschelkalkgeschiebe relativ häufig auftreten,
gehört Südostholstein. Die dort auftretenden Geschiebe
bestehen aus einem + dichten, meist grauen, z.T. gelb
verwitternden Kalk mit als Steinkerne erhaltenen Fossilien
(Myophoria, Gervillia, Natica u.a.) aus dem
unteren (Wellenkalk) und oberen Muschelkalk (bes. Nodosusschichten).
Die Heimat der Geschiebe ist unbekannt, nach ROEDEL (1926: 20) sind es
,,vielleicht mehrere Horste im Balticum", nach HUCKE & VOIGT
(1967:75) ,,ein jetzt von der Ostsee bedecktes Gebiet südlich von
Schonen und Bornholm".
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Der nach der Muschel Trigonodus bekannte Dolomit
gehört ebenfalls zu den sehr seltenen Triasgeschieben. Er kann
durch Anreicherung von Zähnen, Schuppen, Koprolithen,
Knochenfragmenten und Kalkgeröllen an ein Bonebed erinnern bzw.
konglomeratisch ausgebildet sein. Es ist als Geschiebe bekannt aus
Ostholstein, Neubrandenburg und von der Greifswalder Oie.
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Zu den häufigsten Jurageschieben in ganz
Norddeutschland bis nach Ostpreußen gehören hellgraue,
zähe, schwach eisenoolithische Kalksandsteine, die sehr reich an
Fossilien sein können - so reich, daß das Bindemittel fast
völlig zurücktritt - vor allem an Muscheln, aber auch
Ammoniten, Belemnitenrostren, Schnecken, Brachiopoden, Foraminiferen,
Crinoidenstielgliedern und anderen Echinodermenskleriten,
Wurmröhren, Fischzähnen, Holzresten und gelegentlich auch
Blattabdrücken und Krebsen. Die Mikrofossilien lassen sich vor
allem aus den mürben Randpartien gewinnen.
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Sedimentärgeschiebe (Kreide)
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Das nach Tosterup NE Ystad benannte Konglomerat des
Campans besteht hauptsächlich aus kantengerundeten, vermutlich aus
Mittelschonen stammenden Geröllen altpaläozoischer Schiefer,
Sandsteine und Phosphoritknollen sowie Muscheln und Belemnitenrostren, die
durch ein glaukonitisches, sandig - kalkiges Bindemittel verkittet
sind. Es findet sich von Mecklenburg bis nach Holland.
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Der gefleckte Feuerstein, oder auch Hanaskog-Flint ein auf dunklem, meist
schwarzem Grund durch kleine, weiße Flecken aus Opal gesprenkelt
erscheinender Flint ist ein sehr charakteristisches Geschiebe.
Anstehend kommt er in NE-Schonen, im Kristianstad-Becken im Campan vor, nach JENTZSCH (1896)
kommt er wahrscheinlich aber noch weiter im Osten vor.
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Die Feuersteine sind die weitaus häufigsten und
verbreitetsten und charakteristischsten Sedimentärgeschie-be, so
daß ihre Verbreitung repräsentativ für die Ausbreitung
des ehemaligen Inlandeises ist. Die Südgrenze der Vereisung wird
daher auch Feuersteinlinie genannt. Dabei muß allerdings bedacht
werden, daß an manchen Stellen der Anteil der Feuersteine durch
die Verwitterung relativ höher ist (z.B. Lesesteinhaufen). Die
Hauptmasse der Feuersteine stammt aus der Schreibkreide (Maastricht),
ein Teil aus dem früher zur Kreide gerechneten Dan. Die
Feuersteine führen oft Fossilien, meist jedoch nur als Steinkerne
und Abdrücke. Die Danfeuersteine sind besonders reich an Bryozoen,
die oft vortrefflich herausgewittert sind. Häufig finden sich auch
Bänderstreifenfeuersteine. Mit Fragen der Feuersteingenese hat
sich jüngst VOIGT (1979) auseinandergesetzt. Wegen der besonderen
Bedeutung der Feuersteine in Norddeutschland errichtete KRÜGER
(1978) ein spezielles Flintarchiv.
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Sedimentärgeschiebe (Tertiär)
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Das nach der Insel Saltholm bei Kopenhagen benannte
Gestein ist ein durch große Reinheit ausgezeichneter,
weißer, grauweißer oder schwach gelblicher, fester Kalk mit
splittrigem Bruch ohne deutliche Schichtung. Manchmal geht er in ein
graues Flintgestein über oder führt feine Glaukonit- oder
auch Sandkörner. Er führt Coccolithen und wird daher auch
Coccolithenkalk genannt. Echinocorys sulcatus und
Chatwinothyris lens sind die bezeichnendsten Fossilien. Andere
Arten sind selten. Außerdem können gewundene Grabgänge
auftreten.
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Als Puddingsteine werden alttertiäre
Flintkonglomerate bezeichnet mit stark abgerollten Feuersteinen und
sandigem, quarzitischem oder phosphoritischem Bindemittel ohne oder mit
Glaukonitkörnern. Leitfossilien sind aus ihnen noch nicht bekannt
geworden, so daß das genaue Alter noch nicht feststeht.
Entsprechend den englischen Puddingsteinen werden sie in das
Paläozän gestellt, eventuell sind sie jedoch jünger. Die
Heimat ist unbekannt. Nach ROEDEL (1926) stammen sie wahrscheinlich aus
dem SW Baltikum und angrenzenden Gebieten.
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Mit einer gelblichbraunen Verwitterungsrinde
ver-128sehene, innen jedoch tiefschwarze, harte marine Tuffite des
Untereozäns (Basalttuff, Wassertuff) erinnern sehr stark an
Basalt, lassen jedoch auf der angewitterten Oberfläche
Feinschichtung erkennen und erweisen sich als kalkhaltig. Sie besitzen
daher auch gewisse Ähnlichkeit mit oberkambrischen Stinkkalken.
Sie lassen sich mit Salzsäure aufbereiten und liefern einen
schwarzgrauen Rückstand, der hauptsächlich aus scharfkantigen
Splittern vulkanischen Glases und Diatomeen besteht. Wenn der
Kalkgehalt höher ist, sind die Geschiebe heller und zeigen oft
nach der Korngröße gradierte Schichtung der Tuffitlagen. Die
in das Untereozänmeer, welches sich zwischen den deutschen
Mittelgebirgen und dem südlichen Skandinavien erstreckte,
eingewehten Aschen kamen vermutlich aus nördlichen Richtungen von
einem im Skagerak befindlichen basaltischen Vulkangebiet.
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Ein in Schleswig-Holstein recht häufiges
Eozängeschiebe ist der Faserkalk, ein plattiges, verwittert an
fossiles Holz erinnerndes, gelblich-grünliches Gestein, das selten
auf der Oberfläche nagelkopfartige Erhebungen (Nagelkalk)
aufweisen und an Tutenkalke erinnern kann. Nach ILLIES (1949) ist der
Faserkalk diagenetischer Entstehung im Zusammenhang mit
Stoffverlagerungen in Tufflagen und Tonschichten.
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Das nach dem Ort Heiligenhafen in Ostholstein benannte,
feinkörnige, glaukonitische, z. T. schwammnadelreiche,
hellgelblichgrüne, kieslige Gestein mit deutlicher Feinschichtung
ist in Ostholstein recht häufig. Es wurde nach GAGEL (1909: 59 -
60) ,,zuerst von MEYN für Turon gehalten, dann von GOTTSCHE"..
,,für jüngstes Senon erklärt" und ,,endlich nach der
neuerdings bei den Geschiebesammlern allgemein angenommenen aber meines
Wissens nicht im Druck fixierten Anschauung ins Danien" gerückt,
von ihm selbst aber ins Paläozän gestellt. Heute wird es in
das Mitteleozän (Lutet) eingestuft (WIRTZ 1939: Abb. 1). Es
enthält nur selten Makrofossilien, u.a. Pecten
corneus und Pteria papyracea.
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Aus dem mitteloligozänen Septarienton (Rupelton)
stammen charakteristische Kalkknollen, die innen mit honiggelbem Calzit
ausgefüllte Schwundrisse aufweisen, die septenartig herauswittern
können und daher diesen Geschieben den Namen Septarien eingebracht
haben. Man findet sie von Pommern bis nach Holland und in ihnen vor
allem Mollusken.
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Zu den bekanntesten Tertiärgeschieben gehört
das oberoligozäne Stemberger Gestein~ das bei Sternberg
östlich Schwerin besonders häufig ist. Auch in
Südholstein ist es recht häufig, ansonsten ziemlich selten.
Es besteht aus Kalksandsteinkonkretionen mit ursprünglich
kalzitischem oder sideritischem Bindemittel, die zu hell- bis
rostbraunen Limonitsandsteinen oder Brauneisenschalen verwittern und
eine reiche Fauna, vor allem Mollusken, führen, die schon vor mehr
als 200 Jahren die Aufmerksamkeit der Geologen und Sammler erregte
(Taf. 1, Fig. 2: HUCKE & VOIGT 1967: Taf. 46, Fig. 5; LIERL 1982:
Abb. 1). Es führt mehrere hundert Molluskenarten, aber auch
Echinodermen (KUTSCHER 1980), Fischreste (Haifischzähne und
Otolithen) (KRUCKOW 1964) und Foraminiferen (HERLEMANN 1981).
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Dieses durch seinen Fossilreichtum bekannte, in
SE-Holstein gehäuft auftretende, aber über das ganze
östliche Schleswig-Holstein und das westliche Mecklenburg
verbreitete und vereinzelt bis in die Niederlande auftretende Gestein
stammt aus Konkretionen oder Kalksandsteinbänken mariner Feinsande
der Vierlandstufe (Aquitan, unteres Untermiozän). Das Gestein,
glaukonitischer Kalksandstein oder sandiger Toneisenstein, ist
unverwittert graugrün, angewittert braun bis braunviolett. Die
Geschiebe enthalten z.T. in den angewitterten Partien gut erhaltene,
weißschalige Fossilien, hauptsächlich Mollusken (Taf. 2,
Fig. 2), andere Arten dieser Geschiebegruppe zeigen nur Steinkerne und
Abdrücke, da die Schalen frühdiagenetisch fortgelöst
wurden (Taf. 2, Fig. 1). Außer Mollusken kommen
Haifischzähne vor (KRUCKOW 1964). Schon GOTTSCHE unterschied 5
verschiedene Abarten des Gesteins. Die Grenze gegen das
Oberoligozän ist unscharf und die Einstufung selbst
fossilführender Geschiebe oft unsicher. Eine Revision der Muscheln
und Gastropoden erfolgte durch ANDERSON (1959, 1960). Viele Mollusken
des Holsteiner Gesteins finden sich auch lose in pleistozänen
Sanden.
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Das nach der Reinbeck-Stufe (Helvet, Mittelmiozän)
benannte Gestein besteht aus einem hellen, gelbbraunen,
ungeschichteten, mürben Kalksandstein ungleichen Kornes, der
dunkle, phosphoritische Partien enthalten und in recht großen
Blöcken auftreten kann, die im allgemeinen eine etwa 1 cm starke
Verwitterungsrinde besitzen. Das Gestein repräsentiert eine
Flachwasserablagerung, jedoch nicht - wie beim Holsteiner Gestein - der
Strandregion, da kaum Muschelschill auftritt. Die Fauna ist ebenfalls
teils recht reich, jedoch nicht so artenreich wie im Hemmoorgestein.
Die in den ~ mürben Partien des Gesteins steckenden Makrofossilien
sind in der Regel weiß und sehr zerbrechlich, im unverwitterten
Kern jedoch meist gut erhalten. Es treten hauptsächlich Mollusken
auf, ferner Seeigel und Krabben. Sie enthalten auch eine reiche
Mikrofauna, vor allem Foraminiferen (HERLEMANN 1981).
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